Wer Wissenschaft, Philosophie und Kunst hat, braucht keine Religion.

Car #1 Im Laufe der kulturellen Evolution des Menschen haben sich ungezählt viele Religionen entwickelt, welche bei allen Unterschieden zumeist eines gemeinsam haben: Ihre Anhänger wähnen sie als die einzig wahre und selig machende und grenzen sich gegenüber Andersdenkenden mit teils rigiden Maßnahmen strikt ab. Der größte Teil Kriegerischer Auseinandersetzungen ist bis heute zumindest auch auf religiöse Konflikte zurückzuführen.

Nur gegen den teils erbitterten Widerstand der Kirchen konnte die (bis in das antike Griechenland zurückreichende) Aufklärung in einigen Regionen der Welt Fuß fassen, doch mittlerweile reklamieren die Kirchen diese Werte fälschlicherweise für sich. Gleichzeitig diskreditieren sie jene allerdings durch die Verflechtung mit unglaubwürdigen, irrationalen Herleitungen und längst überholten Erklärungsmodellen. Die wichtigsten und grundlegenden Werte des so genannten "christlichen Abendlandes" sind vor allem eines: nicht christlich!

Gern mag man einem jeden religiöses Denken und Praktizieren privat zugestehen; aber nur so lange daraus nicht Machtpositionen besetzt und verantwotliches Denken und Handeln behindert werden.

Gerade in einer von Jenseits-Phantasien und vorgeblich `höherer Bestimmung` freien Welt ist ein sinnvolles, selbstbestimmtes und ethisch reflektiertes Leben möglich: auf der Basis von säkularer Vernunft diesseitiger Verantwortung und lebendiger Kultur.
Car #2 Epikur (Επίκουρος)

"Das schauerlichste Übel also, der Tod, geht uns nichts an; denn solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr. Er geht also weder die Lebenden an noch die Toten; denn die einen geht er nicht an, und die anderen existieren nicht mehr. Die Menge freilich flieht bald den Tod als das ärgste der Übel, bald sucht sie ihn als Erholung von den Übeln im Leben. Der Weise dagegen lehnt weder das Leben ab noch fürchtet er das Nichtleben. Denn weder belästigt ihn das Leben, noch meint er, das Nichtleben sei ein Übel. Wie er bei der Speise nicht einfach die größte Menge vorzieht, sondern das Wohlschmeckendste, so wird er auch nicht eine möglichst lange, sondern eine möglichst angenehme Zeit zu genießen trachten."

"Ferner ist zu beachten, daß die Begierden teils natürliche, teils nichtige sind. Von den natürlichen wiederum sind die einen notwendig, die anderen bloß natürlich. Von den notwendigen endlich sind die einen notwendig zur Glückseligkeit, die anderen zur Ungestörtheit des Leibes, die dritten zum Leben überhaupt. Eine unverwirrte Betrachtung dieser Dinge weiß jedes Wählen und Meiden zurückzuführen auf die Gesundheit des Leibes und die Beruhigtheit der Seele; denn dies ist die Erfüllung des seligen Lebens. Um dessentwillen tun wir nämlich alles: damit wir weder Schmerz noch Verwirrung empfinden. Sobald einmal dies an uns geschieht, legt sich der ganze Sturm der Seele. Das Lebewesen braucht sich dann nicht mehr aufzumachen nach etwas, was ihm noch fehlte, und nach etwas anderem zu suchen, durch das das Wohlbefinden von Seele und Leib erfüllt würde. Dann nämlich bedürfen wir der Lust, wenn uns die Abwesenheit der Lust schmerzt. Wenn uns aber nichts schmerzt, dann bedürfen wir der Lust nicht mehr."

"Von allen Geschenken, die uns das Schicksal gewährt, gibt es kein größeres Gut als die Freundschaft - keinen größeren Reichtum, keine größere Freude."

"Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinen Reichtümern hinzu sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen."
Car #3 Heraklit (Ηράκλειτος)

"Diese Weltordnung, dieselbige für alle Wesen, hat kein Gott und kein Mensch geschaffen, sondern sie war immerdar und ist und wird sein ewig lebendiges Feuer, nach Maßen erglimmend und nach Maßen erlöschend."

"Wer in dieselben Flüsse hinabsteigt, dem strömt stets anderes Wasser zu."

"Richtiges Bewusstsein ist die größte Tugend, und Weisheit (ist es), Wahres zu sagen und zu handeln nach der Natur, auf sie hinhörend"

"Die Natur liebt es sich zu verbergen. Die meisten Menschen denken nicht nach über solche Dinge, auf die sie täglich stossen, noch verstehen sie, was sie erfahren haben; ihnen freilich kommt es so vor."

"Den Namen des Rechtes würde man nicht kennen, wenn es das Unrecht nicht gäbe."

"Viel Wissen bedeutet noch nicht Verstand."

"Das Wesen der Dinge hat die Angewohnheit, sich zu verbergen."

"Alles fließt (Τα πάντα ρει)"
Car #4 Friedrich Nietzsche

Glaube heißt, Nicht-wissen-wollen, was wahr ist!

Zum Christentum wird man nicht geboren, man muss dazu nur krank genug sein.

Angewöhnung geistiger Grundsätze ohne Gründe nennt man Glauben.

Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.

Solange man nicht die Moral des Christentums als Kapitalverbrechen am Leben empfindet, haben dessen Verteidiger gutes Spiel.

Man wage es noch, mir von den »humanitären« Segnungen der christlichen Kirche zu reden! Irgendeinen Notstand abschaffen ging wider ihre tiefste Nützlichkeit, denn sie lebte von Notständen; sie schuf Notstände, um sich zu verewigen. Der Wurm der Sünde zum Beispiel: Mit diesem Notstande hat erst die Kirche die Menschheit bereichert.

Das Christentum gab dem Eros Gift zu trinken. Er starb zwar nicht daran, aber entartete zum Laster.

Der Fanatismus ist die einzige "Willensstärke", zu der auch die Schwachen gebracht werden können.

Leute, denen ihr tägliches Leben zu leer und eintönig vorkommt, werden leicht religiös: dies ist begreiflich und verzeihlich, nur haben sie kein Recht, Religiosität von denen zu fordern, denen das tägliche Leben nicht leer und eintönig verfließt.

Derjenige, der ein Warum zum Leben hat, kann fast jedes Wie ertragen.

Ich verurteile das Christentum, ich erhebe gegen die christliche Kirche die furchtbarste aller Anklagen, die je ein Ankläger in den Mund genommen hat. Sie ist mir die höchste aller denkbaren Korruptionen…sie hat aus jedem Wert einen Unwert, aus jeder Wahrheit eine Lüge, aus jeder Rechtschaffenheit eine Seelen-Niedertracht gemacht… Ich heiße das Christentum den einen großen Fluch, die eine große innerlichste Verdorbenheit, den einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist – ich heiße es den einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit.
Car #5 Karlheinz Deschner

"Alle drei monotheistischen Religionen haben etwas Chauvinistisches. Etwas Gewalttätiges und Vergewaltigendes. Haben kraft ihres Auserwähltheitsdünkels einen Absolutheitsanspruch, der echte Toleranz von vornherein ausschliesst."

"Zählt man zu seinen direkten Opfern – Heiden, Juden, Muslime, «Ketzer», Hexen, Indianer – die indirekten dazu, etwa die der grossen Kriege des letzten Jahrhunderts, wozu alle christlichen Kirchen eindringlich und immer wieder aufgerufen haben, sind es mit Sicherheit mehrere hundert Millionen Menschen; von den Tieren zu schweigen."

"Natürlich „stabilisieren“ Kirchen und „christliche Wertegemeinschaft“.Fragt sich nur, was sie stabilisieren! Und für wen! Doch zur „Entwicklung des Sozialstaats“ ist es nicht durch die Kirchen gekommen, eine Propagandalüge skandalösester Art, sondern – verschwindende Ausnahmen beiseite – im ständigen Kampf gegen sie. Denn wahr ist, dass alle sozialen Erleichterungen der Neuzeit nicht durch die Kirche, sondern gegen sie geschaffen wurden. Dass die Menschheit fast alle humaneren Formen und Gesetz des Zusammenlebens verantwortungsbewussten außerkirchlichen Kräften verdankt. Dass die Kirche, was kein Gegner des Christentums, sondern der bedeutende protestantische Theologe Martin Dibelius schreibt, stets die „Leibwache von Despotismus und Kapitalismus“ gewesen ist. „Darum waren alle“, wie der christliche Gelehrte bekennt, „die eine Verbesserung der Zustände dieser Welt wünschten, genötigt, gegen das Christentum zu kämpfen.“ Und natürlich ging es den westlichen Kirchen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht um „Versöhnung“, jedenfalls nicht mit dem Osten, sondern um seine Niederringung; dabei hätte die Kubakrise fast zum dritten Weltkrieg geführt."

"Nur Lebendiges schwimmt gegen den Strom"
Car #6 Richard Dawkins

"Wenn ich sage, die Evolution sei wahr, bin ich nicht fundamentalistischer, als wenn ich behaupte, dass Neuseeland auf der Südhalbkugel der Erde liegt. Wir glauben an die Evolution, weil die Belege dafür sprechen, und wir würden sie von heute auf morgen aufgeben, wenn sie durch neue Belege widerlegt würde. So etwas würde kein echter Fundamentalist machen. Fundamentalismus wird nur allzu leicht mit Leidenschaft verwechselt."

"Die Bibel ist in großen Teilen nicht systematisch böse, sondern einfach nur grotesk. Nichts anderes erwartet man von einer chaotisch zusammengestoppelten Anthologie zusammenhangloser Schriften, die von Hunderten anonymer Autoren, Herausgebern und Kopisten verfasst, umgearbeitet, übersetzt, verfälscht und 'verbessert' wurden von Personen, die wir nicht kennen, die sich auch meist untereinander nicht kannten und deren Lebenszeiten sich über neun Jahrhunderte erstrecken."

"Mit der Vorstellung, die erste Ursache, der große Unbekannte, der dafür gesorgt hat, dass es etwas statt nichts gibt, könne das Universum gezielt gestalten und zu Millionen Menschen gleichzeitig sprechen, entzieht man sich völlig der Verantwortung, eine Erklärung zu finden. Es ist die entsetzliche Zurschaustellung einer selbstzufriedenen, das Denken leugnenden Wundergläubigkeit."

"Ich meine, die meisten Menschen klammern sich vorwiegend nicht deshalb an die Religion, weil sie von ihr getröstet werden, sondern weil sie von unserem Bildungssystem im Stich gelassen wurden und sich nicht einmal klar machen, dass Unglauben überhaupt möglich ist."
Car #7 Michel Onfray

"Solche himmlischen Paradiese erscheinen mir plötzlich als Gegenwelten, erfunden von müden, erschöpften Menschen, die von ihren unzähligen Routen durch die brennend heißen Sanddünen und Geröllpisten völlig ausgelaugt sind. Der Monotheismus kommt aus dem Sand."

"Bitte keine Geschlechtlichkeit, vor allem nicht! Fleisch, Blut und Lust werden von Natur aus mit der Frau assoziiert und sind für alle drei monotheistischen Religionen Gelegenheiten, um Verbote und Reinheitsvorschriften zu erlassen und die Kämpfe gegen den begehrenswerten Körper, gegen das Blut der vom Zwang zur Mutterschaft befreiten Frau und gegen die hedonistische Energie zu entfesseln. Bibel und Koran ergehen sich frohen Herzens in Verwünschungen dieser Themen."

"Der Korpsgeist funktioniert ausgezeichnet. Die Juden haben ihren Bund, die Christen ihre Kirche und die Muslime ihre Umma. Alle drei Institutionen unterliegen nicht dem Gesetz und genießen einen Status ontologischer und metaphysischer Extraterritorialität."

"Es gibt auch Millionen Leute, die ihr Leben mit Drogen und Alkohol stabilisieren - ich bin nicht sicher, ob dieser Zweck das Mittel heiligt. Ich lade dazu ein, sein Leben mit Hilfe der Philosophie ins Gleichgewicht zu bringen. Epikur, Montaigne, Voltaire zu lesen erscheint mir ausgleichender als die Lektüre der Bibel, des Korans oder des Talmuds."

"Das Problem an der Religion ist, dass sie über Körper und Leben der Menschen verfügen will. Und, dass sie Lügen generiert. Die jüngste stammt von Papst Benedikt, der in Brasilien behauptete, die Christianisierung habe sich nie mit Gewalt vollzogen."
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Humanismus statt Religion

von Bernd Vowinkel

Grundlagen des Humanismus
Die Grundlagen des Humanismus lassen sich bis ins alte Griechenland zurückverfolgen. So vertraten bereits die Philosophen Heraklit und Protagoras den Lehrsatz: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge“. Mit dem Beginn der Renaissance im 15. Jahrhundert etablierte sich der Humanismus als Gegenbewegung zur Scholastik. Man spricht daher auch vom Renaissance-Humanismus. [...]

  • Juli 18th, 2010 by admin

Ist der Neue Atheismus niveaulos?

von Bernd Vowinkel
Ein häufiger Vorwurf von Seiten der etablierten Theologie ist, dass der Neue Atheismus kein Niveau hätte. Gegenüber dem alten Atheismus sei er nicht besser, sondern nur lauter. Das läge wohl auch daran, dass einige wichtige Vertreter des Neuen Atheismus Naturwissenschaftler seien und somit in der Regel keine tiefere Kenntnis der theologischen Fachliteratur hätten. [...]

  • Juli 18th, 2010 by admin

„Wird Religion überflüssig?“

KÖLN. (hpd) „Herkünftigkeit als in der Kausalität enthaltene Bedingung der Möglichkeit…“ Bericht zur Podiumsdiskussion „Wird Religion überflüssig? Der Neue Atheismus stellt die Gottesfrage“.

Von Burkhard Wepner
Zum Gelingen einer Diskussion ist es unter anderem erforderlich, dass die beteiligten Diskutanten bereit sind, eine gemeinsame Sprachebene zu finden. Bei der Podiumsdiskussion mit dem Thema „Wird Religion überflüssig? Der Neue [...]

  • März 23rd, 2010 by admin

„Unser kläglich Brot gib uns heute…“

KÖLN. (hpd) Am Freitag vergangener Woche fand ein von der „Regionalgruppe Köln-Bonn-Düsseldorf des Förderkreises der Giordano Bruno Stiftung“ und dem IBKA veranstalteter Vortrag von Frau Dr. Sabine Paul im „Bürgerhaus Stollwerck“ in Köln statt. Der provokante Titel lautete: „Unser kläglich Brot gib uns heute – oder: Wer hat Angst vor der Evolutionären Ernährung?“

  • Februar 6th, 2010 by admin